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Prüfung für Drohnenpiloten und Drohnenpilotinnen

erwachsenenbildung.ch
April 2018

Was bei Insidern der Modellflugsportszene schon länger ein Thema war, nimmt nun Konturen an. Die NZZ publizierte am 16.4.2018 einen Artikel zu dieser Thematik. Lizenzen, die zur Steuerung von Drohnen berechtigen, werden bald obligatorisch. Begründet wird der Bedarf nach einer Reglung mit folgenden Argumenten. Man erwartet, dass sich die Anzahl der Drohnen rasch erhöht. Die gewerbliche Nutzung erlangt eine sehr hohe Bedeutung im Bereich Logistik, Vermessung, Fotodokumentation, Suchflüge und Überwachung. Auch wenn es im dreidimensionalen Raum viel Platz gibt, möchte man den Drohnenflug durch geeignete Reglemente und Lizenzen in geordnete Bahnen lenken.

Lizenzen sollen auch Hobbypiloten erwerben. Schaut man Kindern zu, wie sie ihre ferngesteuerten Autos und kleinen Helikopter manövrieren, stellt sich allerdings die Frage, ob diese die schulische Reife mitbringen, um eine Lizenz für den Drohnenflug erwerben zu können.

Momentan publiziert die EASA (europäische Agentur für Flugsicherheit) folgende Empfehlungen für die Drohnenpiloten.

Einsatz von Drohnen:

Was zu tun ist:

  • Achten Sie darauf, dass Sie die Drohne jederzeit im Blick haben
  • Planen Sie Ihren Flug und wählen Sie eine Flugumgebung ohne Hindernisse
  • Holen Sie eine Genehmigung ein, wenn Sie Ihre Drohne für eine bezahlte Arbeit nutzen möchten
  • Lesen Sie aufmerksam die Betriebsanleitung des Herstellers

Was zu unterlassen ist:

  • Fliegen Sie nicht auf eine Weise, die andere gefährdet
  • Überfliegen Sie nicht Menschen, Grundstücke und Gebäude oder Fahrzeuge mit einem Abstand von weniger als 50 Metern zu ihnen
  • Fliegen Sie nicht höher als 150 Meter über dem Boden
  • Halten Sie sich fern von Flughäfen und Hubschrauberlandeplätzen

Weitere Angaben unter: http://www.consilium.europa.eu/de/policies/drones/

In der Schweiz laufen viele Aktivitäten bezüglich dieser Thematik über den Schweizerischen Verband ziviler Drohnen (SVZD). Die jetzige Lizenzierung der Piloten umfasst vier Anforderungsstufen:

  1. uno
  2. due
  3. tre
  4. bvlos

Wie sich der Inhalt über die einzelnen Lizenzierungsstufen aufbaut, findet man auf der  Homepage des Verbandes unter dem Link Zertifizierung.

Die Prüfung umfasst theoretische Fragen zu den Themen

  • Luftrecht
  • Meteorologie
  • Luftfahrzeug-Kenntnisse
  • Navigation
  • Flugleistung und Flugplanung
  • menschliches Leistungsvermögen
  • Betriebsverfahren
  • Grundlagen des Fluges

Der praktische Teil besteht aus einer Flugvorführung und der Absolvierung von Standard-Prozeduren.


Mittels standardisierter Lehrmittel sollen akkreditierte Schulen die Lizenzierung ebenfalls vornehmen können. Zur Zeit werden diese von folgenden Institutionen angeboten: Touringclub Schweiz, Fliegerschule St. Gallen-Altenrhein und die Firma Remote Vision. Es gibt weitere Institutionen, die mit eigenen unabhängigen Ausbildungsprogrammen arbeiten. Am bekanntesten ist vermutlich die in Siders domizilierte Drohnenschule Fly & Film Drone Academy.

Bei einer Lizenzgebühr von 50.- CHF und 100'000 verkauften Drohnen eröffnet sich für Bildungsanbieter ein neuer Markt. Die Erfahrungen aus den obligatorischen Hundekursen und verordneten Kursen rund um die Autoprüfung erfordern einen kritischen Blick auf die weitere Entwicklung in dieser Sache.

Mit der zunehmenden Regulierung der Aktivitäten rund um den Betrieb von Drohnen und Drohenflügen eröffnet sich auch das Potenzial für eine neue Profession. Eine gute Gelegenheit in eine Weiterbildung als Drohnenpilot oder Drohnenpilotin einzusteigen.